Wer mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen muss, verliert leicht den Überblick. Mögliche Wechselwirkungen sind die Folge. Jeder dritte Versicherte der OÖGKK ab 70 nimmt mehr als fünf Wirkstoffe gleichzeitig ein. "Das kann auch Nebenwirkungen hervorrufen. Mit der e-Medikation hat der Versicherte hier einen klaren Vorteil: Er ist auf der sicheren Seite: Wer registriert ist, dem werden unerwünschte Wechselwirkungen sofort angezeigt", ist der Obmann der OÖGKK Felix Hinterwirth überzeugt. Das aktuelle Projekt soll zeigen, wie e-Medikation tatsächlich funktionieren kann: Zum Nutzen der Patienten und als Unterstützung für Ärzte und Apotheken.
Die Problematik der Wechselwirkungen von Medikamenten nimmt stetig zu. Während 2009 noch 62 Prozent der Bevölkerung mehr als ein Arzneimittel konsumiert haben, so lag dieser Wert 2010 bereits bei 69 Prozent. "Das aktuelle Projekt e-Medikation kann mithelfen, diese Problematik besser in den Griff zu kriegen, für unsere Versicherten genauso wie für Ärzte und Apotheker", erklärt die Direktorin der OÖGKK Andrea Wesenauer.
Das ist e-Medikation
Jeder Patient erhält vom Arzt oder Apotheker eine aktuelle Medikamentenliste. Ein Arzneimittelkonto zeichnet alle verschriebenen oder rezeptfrei gekauften Medikamente auf. Damit können mögliche Wechselwirkungen leichter überprüft und in weiteren Verordnungen berücksichtigt werden. Basis ist die e-card. Die persönlichen Arzneimitteldaten werden nicht auf der Karte sondern im e-card-Rechenzentrum gespeichert. In der Verordnungsdatenbank bleiben die Daten von der Verordnung bis zur Abgabe - längstens jedoch 30 Tage - gespeichert. Einsicht haben die am Projekt teilnehmenden Ärzte und Apotheker.
Pilotregion in Oberösterreich
Derzeit läuft in Wels-Grieskirchen-Eferding ein Pilotprojekt, mit dabei sind 36 Ärzte, 24 Apotheken und das Klinikum Wels - Grieskirchen. "Wenn Sie in dieser Region wohnen und an der e-Medikation teilnehmen möchten, füllen Sie bitte eine Teilnahmeerklärung bei den Ärzten, Apothekern und Krankenanstalten, die mitmachen, aus. So bewahren Sie sicher den Überblick", ruft Obmann Felix Hinterwirth die Versicherten auf.
Dass beim Projekt e-Medikation in den vergangenen Wochen eine Reihe von Problemen aufgetaucht sind, ändert für die OÖGKK nichts an der Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit des Projektes. "Natürlich kann jetzt noch nicht alles rund laufen und es gibt Probleme, für die Lösungen gesucht werden müssen. Aber genau dafür gibt es ja ein Pilotprojekt, um mögliche Schwachstellen aufzuzeigen und rechtzeitig beheben zu können. Im Vordergrund steht für uns als Krankenversicherung aber der Patient und seine bestmögliche Versorgung und hier gehen wir mit der e-Medikation einen Schritt in die richtige Richtung", meint Direktorin Andrea Wesenauer.
Quelle: OÖGKK