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      Zweite Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz in der Stadt Wels

      Wenn Menschen alleine zu Hause nicht mehr leben können oder wollen, muss eine Entscheidung getroffen werden, wo sie ihre Zukunft verbringen möchten. In der Vergangenheit war das Alten- und Pflegeheim  mitunter die einzige Alternative. Seit einigen Jahren etablieren sich jedoch betreute Wohngemeinschaften. Die Stadt Wels bietet in den zwei Wohngemeinschaften professionelle Unterstützung für  Menschen die ihren Lebensabend in Geselligkeit, Sicherheit und größtmöglicher Normalität erleben.

      Auf Grund der guten Erfahrungen mit der seit 2011 bestehenden

      Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz hat diese nun Zuwachs bekommen: Im Mittelhof der historischen Dragonerkaserne gibt es nun eine zweite derartige Wohnform, die Zahl der Betreuungsplätze verdoppelt sich damit auf zwanzig. Die unmittelbare Nähe zur bereits bestehenden Wohngemeinschaft und das optimale soziale Umfeld bieten hier wichtige Synergieeffekte. “Diese Wohnform hat in Österreich nach wie vor Vorbildcharakter und trägt zu einer weiteren Schließung der Lücke zwischen betreubarem Wohnen und einer stationären Vollversorgung bei. Mit der zweiten derartigen Wohngemeinschaft reagiert die Stadt Wels einmal mehr auf die ständig steigende Nachfrage nach innovativen und individuellen Betreuungsplätzen für Menschen im Alter”, erklärt Frau Mag. Monika Geck, Leiterin der Seniorenbetreuung bei der Eröffnungsfeier.

      Die Wohngemeinschaften bieten in stilvoll restaurierten, ansprechenden und gemütlichen Räumlichkeiten ein schönes Leben in der Gemeinschaft. Mittelpunkt des Lebens sind die großen Wohn- und Küchenbereiche. Rückzugsmöglichkeiten bieten die hellen, und großzügigen Appartements mit denkmalgeschützten Rundbögen und Säulen. Bei Schönwetter kann gerne die geschützte Terrasse und der Garten genutzt werden. Aber nicht nur das baulich ansprechende Ambiente trägt zu einer sehr hohen Zufriedenheit der MieterInnen und ihrer Angehörigen bei: Geselligkeit, Herzlichkeit, viel menschliche Wärme und Unterstützung bei Bedarf sind für die Pflegefachkräfte vor Ort ein großes Anliegen! Auch wird großer Wert darauf gelegt den Tagesablauf nach dem individuellem Rhythmus der Menschen zu gestalten. Dadurch kann Großteils Normalität bewahrt bleiben. Die MieterInnen beteiligen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Bedürfnissen an der Alltagsgestaltung! Hilfe und Unterstützung bieten dabei ganztags anwesende Betreuungskräfte an. Die pflegerischen Aufgaben leisten MitarbeiterInnen der Mobilen Altenhilfe und der Hauskrankenpflege – diskret im Hintergrund.

      Ziel in den Wohngemeinschaften ist es die MieterInnen so anzunehmen wie sie sind, und Ihnen mit aller Kraft zur Seite zu stehen! Bei der offiziellen Eröffnungsfeier am 25. April 2016 bestätigten Angehörige, was die Betreuungspersonen vor Ort tagtäglich in ihrer Arbeit erfahren, nämlich dass die MieterInnen zu einer echten Gemeinschaft zusammenwachsen, sich gegenseitig sehr schätzen und unterstützen und sehr zufrieden mit ihrem neuen Leben sind.
      2012/2013 wurden diese subjektiven Empfindungen von der M.A.S. Forschung in Zusammenarbeit mit der Donauuniversität Krems hinsichtlich Hinweise auf einen Mehrwert für Personen, die in einer solitär geführten Wohngemeinschaft leben, untersucht! Als Vergleichsumgebung wurden zwei konventionell geführte Pflegeheime in OÖ. betrachtet. Es zeigte sich, dass die Arbeitszufriedenheit als signifikant höher eingeschätzt wird, und dass die soziale Dichte höher ist.
      Sich nützlich fühlen und Aufgaben zu haben, sind auch Grundbedürfnisse für Menschen mit Demenz.  Wie diese Aufgaben aussehen, bleibt den MieterInnen selbst überlassen. Dass sich diese Freiheiten bewähren, weiß Frau Astrid Neudorfer aus Erfahrung. Ihre Mutter lebt seit eineinhalb Jahren in der ersten Wohngemeinschaft: “Die Mama fühlt sich hier gebraucht und geschätzt. Sie hat ein kleines Blumenbeet, um das sie sich kümmern kann. Ein Highlight ist immer, wenn Timo, der Therapie-Hund, die Gruppe besucht. Inzwischen bin ich mir absolut sicher, dass die Mama hier gut aufgehoben ist.”

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