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Johann-Beer-Preis 2016 geht an Anna Mitgutsch

Die Ärztekammer für Oberösterreich und die Deutsche Bank vergeben seit 2009 den mit 7000 Euro dotierten Johann-Beer-Literaturpreis. Jährlich wird damit ein aktuelles Werk eines österreichischen Autors ausgezeichnet. Am 10. November 2016 nahm Anna Mitgutsch den Preis für ihren Roman „Die Annäherung“ entgegen.

Am 10. November 2016 um 19.00 Uhr fand in der Ärztekammer für OÖ die Preisverleihung statt. Die Laudatio lag wieder in den bewährten Händen von Karin Fleischanderl, Lehrbeauftragte der Universität Klagenfurt, seit 2009 auch Jurorin für den Ingeborg-Bachmann-Preis. Nathalie Brun bezauberte zwischendurch mit ihrer herzerwärmenden Stimme. Vizepräsident MR Dr. Johannes Neuhofer überreichte seiner früheren Nachbarin Anna Mitgutsch Blumen. Danach lauschte er, wie viele weitere interessierte Gäste, der Lesung aus ihrem Roman „Die Annäherung“.

Inhalt „Die Annäherung“

Theo ist alt und pflegebedürftig. Er zieht Bilanz, ist in Gedanken oft bei seiner frühverstorbenen ersten Frau, deren Sterben er erst jetzt richtig begreift. Aber auch dieses letzte Lebensjahr bringt noch einmal Glück und einen Neuanfang durch die junge ukrainische Pflegerin Ludmila, die sein Herz erreicht. Die beiden reisen in die Ukraine und die Reise wird zu einer Spurensuche in die Vergangenheit, zu einem Versuch der nie geglückten Auseinandersetzung zwischen der Kriegsgeneration und den Nachgeborenen.

Anna Mitgutschs Figuren balancieren auf dem schmalen Grat zwischen Nähe und Ferne, Zuneigung und Ressentiment, Schuld und Schuldlosigkeit auf eine Lösung – vielleicht Erlösung – zu, die es niemals geben kann.

Biografie

Anna Mitgutsch wurde 1948 in Linz geboren. Die österreichische Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin studierte in Salzburg Anglistik und Germanistik. Neben Lehrtätigkeiten in Großbritannien und in Südkorea lehrte sie auch an Universitäten in Amerika und Österreich. Dreißig Jahre lang lebte sie abwechselnd in Linz und Boston und ist seit 1985 als freischaffende Schriftstellerin und Essayistin tätig.

Johann-Beer-Preis

Im Mittelpunkt des Johann-Beer-Preises stehen Arbeiten, die „ästhetisch wie inhaltlich herausragend  von den Unwägbarkeiten des Lebens und vom Umgang mit existenziellen Anforderungen und Nöten erzählen“, beschreiben Schriftsteller Gustav Ernst und Publizistin Karin Fleischanderl die Werke. Die beiden sind zusammen mit der Ärztekammer für Oberösterreich Gründer des Preises.

Ausgezeichnet wurden bisher:
•    2009 Antonio Fian: „Im Schlaf. Erzählungen nach Träumen“
•    2010 Paulus Hochgatterer: „Das Matratzenhaus“
•    2011 Arno Geiger: „Der alte König in seinem Exil“
•    2012 Monika Helfer: „Die Bar im Freien“
•    2013 Robert Schindel: „Der Kalte“
•    2014 Friederike Mayröcker: „Cahier“
•    2015 Margit Schreiner: „Das menschliche Gleichgewicht“

Weiterführende Infos: