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      Wenn googeln krank macht

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      Fehlt uns etwas, wird heute vielfach zuallererst „Dr. Google“ konsultiert. Warum das zwar verlockend, aber vielfach kontraproduktiv ist, erklärt sich über den sogenannten Nocebo-Effekt. Der „böse“ Bruder des Placebo-Effekts verschafft uns Beschwerden, ohne greifbare Ursachen.

      Jeder kennt das: Man verspürt einen Schmerz, irgendwo im Körper, und weiß nicht wirklich wieso. Oder man entdeckt eine gerötete Hautstelle oder eine kleine Beule – ebenso ohne erfindlichen Grund. Besonders alltägliche und unspezifische Beschwerden können viele Ursachen haben, was eine fundierte Selbstdiagnose ohne das nötige Fachwissen quasi unmöglich macht.

       

      Der richtige Ansprechpartner?

      Eines erscheint da im digitalen Zeitalter besonders bequem und verlockend: „Dr. Google“ fragen. Einfach Symptome ins Suchfenster eingeben und eine Diagnose sowie erste Behandlungsmöglichkeiten direkt aus dem Internet erhalten – ganz ohne das Haus zu verlassen. Manches Mal mag so eine Internet-Recherche ganz nützlich sein, das Problem dabei ist jedoch, dass es keinerlei Garantie für die Richtigkeit der Infos auf diversen Seiten gibt. Zwar ist nicht jeder Mensch gleichermaßen anfällig dafür, häufig reicht jedoch die vermeintlich vertrauenswürdige Information über mögliche Symptome um selbige zu verstärken oder gar weitere hervorzurufen. Das bedeutet zwar nicht unbedingt, dass der durch eine Websuche hervorgerufene Glaube an einen Gehirntumor, selbigen real werden lässt – das Wiederkehren eines Kopfschmerzes etwa, kann dadurch aber durchaus begünstigt werden. Wissenschaftlich erklärbar ist dieser sogenannte Nocebo-Effekt noch nicht zur Gänze – genau wie die ungleich bekanntere Variante, der Placebo-Effekt.

       

      „Wenn Symptome gleichbleibend über mehrere Tage bestehen, ist ein Besuch beim Hausarzt ratsam“, sagt OMR Dr. Silvester Hutgrabner, stellvertretender Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für Oberösterreich und Allgemeinmediziner in Eberschwang, „dieser bewertet die Symptome, leitet die entsprechende Behandlung ein und überweist im Bedarfsfall zum Facharzt.“ Wegen vorübergehender Alltagsbeschwerden solle man sich aber nicht gleich verrückt machen und vorerst einmal abwarten, so der Rat des Mediziners. Vom Trend zur Selbstdiagnose mittels Websuche hält Hutgrabner wenig, warnt sogar davor: „Alleine eine gewisse Erwartungshaltung kann krank machen!“

      Quelle: Ärztekammer OÖ

      Bildhinweis: Shutterstock