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      Pflegeoffensive für Oberösterreich

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      Die Zahl der Pflegebedürftigen wird landesweit von derzeit rund 80.000 auf zirka 126.000 im Jahr 2040 steigen. Während die Anzahl der pflegebedürftigen Oberösterreicher/innen steigt, ist die Zahl der Absolvent/innen in Pflegeberufen rückläufig. „Die Tatsache, dass immer weniger Absolvent/innen als Fach-Sozialbetreuer/in (FSB „A“) abschließen und gleichzeitig die Anzahl der Pflegebedürftigen steigt, erfordert ein massives Gegensteuern. Bereits letztes Jahr habe ich zusätzlich zum bewährten Stiftungsmodell ein Fachkräftestipendium gefordert und flexiblere Angebote in der Ausbildung angekündigt. Beides ist nun realisiert. Ebenso schließen wir mit dem Lehrgang „Junge Pflege“ eine Ausbildungslücke. Darüberhinaus bietet das Kombi-Modell „Ausbildung plus Anstellung“ eine zusätzliche Chance, mehr Pflegekräfte zu gewinnen“, betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

      2017 und 2018 absolvierten jährlich rund 380 Absolvent/innen die Ausbildung Fachsolzialbetreuer/in Altenarbeit (FSB „A). Zwischen 2011 und 2016 waren es deutlich mehr. Fachkräfteoffensive – 1.600 Pflegekräfte bis 2025 benötigt Das Sozialressort hat den Personalbedarf der nächsten Jahre erhoben. In diese Auswertung wurden der notwendige Ausbau der Altenbetreuungsangebote auf Grund der Demographie, die anstehenden Pensionierungen und die natürliche Fluktuation einberechnet. Der errechnete Mehrbedarf von 1.600 Personaleinheiten (Vollzeitäquivalente) bis zum Jahr 2025 umfasst sowohl den mobilen als auch den stationären Bereich. Konkret bedeutet dieser Mehrbedarf, dass jährlich künftig rund 800 Personen eine kostenlose Ausbildung beginnen müssen, um das System langfristig abzusichern. Unter diesen Voraussetzungen hat das Sozialressort die Anzahl der Ausbildungsplätze für das Jahr 2019 nahezu verdoppelt.Mit insgesamt 36 Ausbildungslehrgängen im Jahr 2019 werden 1080 Ausbildungsplätze angeboten.

       

      Finanzierung des Lebensunterhaltes während der Ausbildung

      Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer: „Der größte Teil des Personals in der Altenbetreuung sind Personen, die sich im Alter zwischen 30 und 40 Jahren umschulen lassen. Diese Personen haben bereits einen anderen Beruf erlernt und ausgeübt, sind hoch motiviert für den Sozialbereich und auf Grund ihrer Lebenserfahrung persönlich gefestigt. Für diese Gruppe ist es besonders wichtig, während der 2-jährigen Ausbildungszeit – auch wenn die Ausbildung kostenlos ist – ein Einkommen zu haben, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Neben dem Stiftungsmodell steht seit 1. Jänner auch das Fachkräftestipendium wieder zur Verfügung. Zusätzlich wollen wir auch mit der neuen Möglichkeit, sich bereits während der Ausbildung anstellen zu lassen, vermehrt Personen für den Pflegeberuf gewinnen“.

       

      Weitere wichtige Meilensteine

      Alternative Wohnformen: Da auf Grund einer Vorgabe der Bundesregierung künftig vorrangig Personen mit Pflegestufe 4 oder höher in Altenheime aufgenommen werden sollen, braucht es ein neues Angebot für Pflegebedürftige mit den Pflegestufen 1, 2 oder 3. Diesen Lückenschluss zwischen punktueller mobiler Betreuung und der „Rund-um-Versorgung“ im Altenheim werden künftig „Alternative Wohnformen“ ermöglichen. Hier ist ein möglichst selbstbestimmtes Leben in einer eigenen Kleinwohnung mit individuell abgestimmtem Betreuungspaket vorgesehen. Die ersten fünf Standorte in Oberösterreich wurden bereits fixiert, nun geht es um die Umsetzung und weitere Ausrollung dieser innovativen Betreuungsform.

       

      Umfassende Unterstützung pflegender Angehöriger

      Viele Seniorinnen und Senioren wollen so lange wie möglich zuhause gepflegt werden. Über 80 Prozent der Pflegebedürftigen in Oberösterreich werden – auch durch fallweise professionelle Unterstützung – primär durch Familienangehörige betreut. Diese pflegenden Angehörigen leisten tagtäglich Großartiges und verdienen deshalb die bestmögliche Unterstützung. Aus diesem Grund wird Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer ein Maßnahmenpaket zur besseren Unterstützung pflegender Angehöriger vorlegen. Eine wesentliche Säule dieses Pakets wird die Aufwertung der „Servicestelle für pflegende Angehörige“ sein. Diese bietet flächendeckend im ganzen Bundesland psychosoziale Beratung an, wenn Angehörige an ihre Grenzen kommen. Eine besonders wichtige Rolle bei der Entlastung pflegender Angehöriger spielen Tageszentren: Hier können pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren stundenweise professionell betreut und gefördert werden. Das Programm reicht von Demenzprophylaxe, Unterhaltungsspielen und gemeinsamem Essen bis hin zu betreuten Ausflügen. In der Zwischenzeit können sich die pflegenden Angehörigen erholen bzw. ihre eigenen Aktivitäten erledigen. „Mein Ziel ist es, das bestehende Netz an Tageszentren in Oberösterreich schnell weiter auszubauen. Aus diesem Grund wird das Sozialressort ein Förderpaket für Tageszentren vorlegen, um pflegende Angehörige schnell und effektiv zu entlasten“, sagt Landesrätin Birgit Gerstorfer.

      Quelle: Land OÖ, Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer

      Bildhinweis: Shutterstock