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      Im Gepräch mit Karl Hohenlohe

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      Karl Hohenlohe ist dem österreichischen Fernsehpublikum wohlbekannt – unter anderem als ORF-Moderator oder als Co-Kommentator vom Opernball gemeinsam mit Christoph Wagner-Trenkwitz. Bekannt ist Karl Hohenlohe aber auch in der heimischen Küchenwelt. Seit Mai 2005 gibt er gemeinsam mit seiner Ehefrau Martina als Chefredakteurin die österreichische Ausgabe des Gault&Millau heraus. Seither setzt das Ehepaar Hohenlohe die Maßstäbe für die heimische Küche und die Vergabe der „Hauben“ in Österreich.

      So manchem Koch im Land tropft der Angstschweiß von der Stirn, wenn Sie beide das Restaurant betreten. Welche Gefühle verbinden Sie beide mit dem Thema Kochen und Ernährung ganz allgemein?

      Ich hoffe nicht, dass wir beim Betreten eines Lokals Panik verbreiten. Meine Frau und ich testen ja nicht selbst, weil unsere Tester anonym sein müssen. Wir werden hin und wieder erkannt, also fallen wir als Tester aus. Selbstverständlich beherrscht die Thematik Kochen und Ernährung unser Leben, das fließt zu 100 Prozent auch in unser Privatleben ein. Meine Frau ist eine leidenschaftliche Köchin und eine noch leidenschaftlichere Jägerin nach gesunden, heimischen Grundprodukten.

      Ihre Frau erwartet in Kürze ihr drittes Kind*. Haben Sie Tipps für die „richtige“ Ernährung in der Schwangerschaft?

      Meine Frau hat in der Schwangerschaft auf jeglichen Alkohol verzichtet, ansonsten gab es keine besondere Ernährung. Das hat damit zu tun, dass sich meine Frau eigentlich immer sehr gesund ernährt und es da wenig „Sünden“ gab, die sie in Versuchung geführt hätten. Aber sie liebt ein gutes Glas Wein am Abend und das geht ihr manchmal ein bisschen ab.

      Wie halten Sie sich in Ihrem Alltag zwischen Moderationen und dem dichten Gault&Millau – Terminkalender fit?

      Früher bin ich jeden Tag laufen gegangen, leider habe ich dann irgendwann aufgehört und bin faul geworden. Das geht furchtbar schnell. In den letzten Wochen habe ich wieder mit Sport begonnen und man fühlt sich ganz einfach ungleich besser. Ein Problem in meinem Leben war immer Zucker, ich liebe jede Form von Nachspeisen und da gibt es bei mir nur eine Methode: ganz oder gar nicht. Ich befinde mich gerade in der „gar nicht“-Phase.

      Wie sieht der Kochalltag in der Familie Hohenlohe aus? Findet man Sie zuhause auch am Herd, Herr Hohenlohe?

      Es kocht ausschließlich meine Frau und das ist gut so. Sie macht das mit großer Leidenschaft und probiert ständig verschiedene Sachen aus. Ich bin der schlechteste Koch Mitteleuropas. In der Realität kocht meine Frau mehrere Menüs täglich. Sei es für die Familie oder ihren Kochblog „Mein wunderbarer Kochsalon“.

      Gibt es Lieblingsgerichte? Wer findet sich am gemeinsamen Mittagstisch?

      Natürlich gibt es Lieblingsgerichte, das sind eigentlich allesamt Klassiker. Nachdem wir mehrere Kinder haben, hat jedes Kind und die Eltern ein spezielles Lieblingsgericht, es ist also für Abwechslung garantiert. Wir essen immer zusammen, dann ist noch unser Kindermädchen dabei und Herr Ernst, der schon bei meiner Großmutter angestellt war und einfach nicht wegzudenken ist.

      Wie wichtig ist Ihnen beim Kochen die Auswahl der Produkte? Worauf achten Sie bei der Zubereitung?

      Meine Frau ist eine Perfektionistin, die auf heimische Bio-Produkte größten Wert legt. Ich denke bei der Zubereitung ist sie immer extrem achtsam. Misslingt einmal etwas, wird es umgehend wieder probiert. Der Fleischkonsum geht in Österreich langsam in Richtung mehr Qualität, weniger Quantität.

      Welche Rollespielt bei Ihnen Fleisch am Teller?

      Wir lieben Fleisch, aber versuchen den Konsum ganz bewusst einzuschränken. Meine Frau ist bezüglich fleischloser Küche so versiert, dass einem eigentlich nichts abgeht, ich würde einmal sagen es gibt in einer Woche zweimal Fleisch. Tendenz abnehmend.

      Ein großes Thema ist mittlerweile auch das Wegwerfen von Lebensmitteln bzw. die Verwertung von Resten. Haben Sie Anregungen, wie man aus Resten neue Gerichte kreieren kann?

      Wenn man die Sache schlau angeht, bleiben eigentlich keine Reste. Dazu kommt, dass unsere Kinder wunderbare Restlverwerter sind. Wenn also zu Mittag einmal zu viele Spaghetti Bolognese gemacht wurden, gehen die Reste bis abends ganz sicher weg. Darüber hinaus gibt es eine Unzahl an Kochbüchern, was man mit Restln alles machen kann, wegwerfen muss man in Wahrheit gar nix.

      Gerade ist die Schule wieder gestartet. Gesunde Ernährung für die ganze Familie ist im Alltag nicht immer leicht. Finden Sie Zeit, gemeinsam mit Ihren Kindern zu kochen? Und verraten Sie uns, was bei der Familie Hohenlohe ins Jausensackerl kommt?

      Ehrlich gesagt fällt uns gesunde Ernährung im Alltag gar nicht so schwer. Meine Frau kocht immer wieder mit den Kindern, sie hat das auch ein paar Mal für ihren Blog gemacht. Mittlerweile können die Kinder einige Gerichte selber machen, damit haben sie mir Einiges voraus. Was das Jausensackerl anbelangt, gibt es – glaube ich – keine Kinder in Österreich, die so ein ausgeklügeltes Jausensackerl wie unsere Kinder haben. Meine Frau legt großen Wert auf frische, einheimische und biologische Produkte, ja auch hier finden Restln eine wunderbare Verwertung.

      2019 wurden 43 Restaurants aus Oberösterreich mit den begehrten Hauben gekürt. Was verbinden Sie mit der oberösterreichischen Küche?

      Nachdem wir kulinarisch recht viel unterwegs sind und auch sehr oft in Oberösterreich essen, haben wir einen guten Überblick, was es wo gibt. In Oberösterreich kann man vom hervorragenden Landwirtshaus bis hin zum Hauben-Restaurant alles finden. Es gibt einzelne Gerichte, die man in dieser Qualität eigentlich nur in Oberösterreich bekommt. Ich möchte keine Werbung für einzelne Betriebe machen, aber den besten Schweinsbraten meines Lebens habe ich in Oberösterreich bekommen.

      *Anmerkung: Mittlerweile ist Tochter Antoinette gesund zur Welt gekommen. Die lebensWEGE-Redaktion gratuliert ganz herzlich.

      Quelle: lebensWege

      Bildhinweis: Philipp Lipiarski / www.goodlifecrew.at