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      Kreative internationale Vernetzung in der Ergotherapie

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      Jährlich findet der „Summer Course on the Use of Creativity and Occupational Therapy“ in Belgien statt. Veranstalter ist die Artevelde Hogeschool, die seit sechs Jahren ein Kooperationspartner der FH Gesundheitsberufe OÖ ist. In dieser Woche treffen sich jedes Jahr an die 100 Studierende und Lehrende aus 16 Ländern zu einer intensiven Auseinandersetzung über kreative Prozesse im Rahmen der Ausbildung zur Ergotherapie. Jedes Jahr nehmen um die 10 Personen der FH Gesundheitsberufe OÖ teil. In Workshops, die auf individueller Persönlichkeitsentwicklung basieren, findet ein kultureller Austausch statt. Es werden dabei verschiedene Sichtweisen über Gesundheit & Krankheit sowie politische und rechtliche Rahmenbedingungen der Ergotherapie diskutiert und Wissen vertieft.

      Kreativität und Ergotherapie
      Ergotherapie unterstützt Menschen bei der Erhaltung, Verbesserung oder Wiedererlangung ihrer individuellen Handlungsfähigkeit. Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten stellen für ihre Klientinnen und Klienten ein Therapieangebot zusammen, das auf deren individuelle Situation abgestimmt ist. Die Ergotherapie ist in ihrem Berufsbild alltagsorientiert, was bedingt, dass gemeinsam mit den Klientinnen und Klienten für die scheinbar banalsten Handlungen des Lebens individuelle Lösungen gefunden werden müssen. Dies erfordert hoch komplexes und professionelles Vorgehen – und vor allem kreative Problemlöse-Prozesse. Ergotherapeutisches Wissen und die Fähigkeit des Analysierens von individuellen Alltags-Situationen bilden gemeinsam die Basis für das therapeutische Handeln.
      In der Kreativ-Woche in Belgien werden die „5 kreativen Denk-Ansätze“ nach Igor Byttebier als Grundlage gelehrt und angewendet. Dies dient dem Fokussieren auf den geforderten kreativen Problemlöse-Prozess der Therapie. Die Studierenden lernen dies in den Workshops zum Beispiel durch Anwendung von handwerklich-gestalterischen Techniken, welche in sich bereits Anforderung an hoch komplexes Tätig-Sein bergen. Weitere Themen in der Kreativ-Woche sind Inklusion durch Tanz-Workshops mit Menschen im Rollstuhl oder körperlichen Einschränkungen, Malen oder das Thema Zirkus mit Kindern zu erarbeiten, Musizieren ohne Instrumente, Schattentheater oder Theater-Workshops. Auf vielen Ebenen werden Möglichkeiten geschaffen, sich mit seiner persönlichen Ergotherapie-Identität auseinander zu setzen und Therapie-Ansätze kennen zu lernen. Einen wichtigen Punkt dabei stellen die Reflexions-Einheiten von Lehrenden für Studierende dar. Da die Eindrücke so vielfältig und manchmal auch überwältigend sind, braucht es hier eine enge Begleitung der Studierenden.

      Kreatives Zusammenleben mit alltäglichen Herausforderungen
      Die Rahmenbedingungen am Ort des Lernens fordern allen Beteiligten innovative Problemlösungen ab. Es gibt nur eine Grundstruktur durch die Zeitpunkte der Workshops. Das Zusammenleben „drum herum“ birgt seine alltäglichen Herausforderungen, da es auf engstem Raum stattfindet. Vieles muss durch die Beteiligten selber organisiert und umgesetzt werden. Dies führt zu ständigen Aushandlungsprozessen und macht kreative Lösungs-Prozesse ganz natürlich. Ein sehr intensiver interkultureller Austausch erfolgt täglich in den Abendstunden nach den Reflexionen der Workshops in der Studierenden-Bar. Jedes Land öffnet in der Woche einmal die Türen der Bar – inklusive Musik und Tanz. Am Morgen gibt es täglich ein „Aufwärmen“. Dies bedeutet einen gemeinsamen Start auf „körperlicher Tuchfühlung“, geleitet von Lehrenden oder Studierenden. Vorurteile und Vorbehalte können sich dabei kaum festsetzen – dafür ist keine Zeit! Die Teilnahme an dieser intensiven Woche ermöglicht und fördert unter anderem ein hohes Maß an Achtsamkeit, Gemeinschaftsgefühl, Respekt vor Wertehaltungen und Persönlichkeits-Strukturen anderer Kulturen. Es ist ein prägendes Erlebnis für alle Beteiligten. Die Kreativität als Mittelpunkt dieser Woche ist ein innovatives und mutiges Vorhaben. Es werden Brücken gebaut durch die internationalen Beteiligten. Eine offene Sichtweise ermöglicht immer neues Miteinander und kreative Umsetzung.
      Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sind von Berufs wegen unterstützend, um individuelle Lösungen für Alltags-Probleme zu finden. Kreative Lösungsansätze zu sehen ist hierbei ein wichtiger Ansatz für die Arbeit mit den Klientinnen und Klienten. Dafür ist dieser „Summer Course“ im kleinen belgischen Ort Dworp eine ideale Gelegenheit, weshalb die FH Gesundheitsberufe OÖ dies auch jährlich fördert und aktiv daran teilnimmt.

      Quelle: FH Gesundheitsberufe Oberösterreich

      Bildhinweis: FH Gesundheitsberufe Oberösterreich