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      HIV-Risiko ins Bewusstsein holen – Am 1. Dezember ist Weltaidstag

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      Heuer findet bereits zum 31. Mal der Welt-AIDS-Tag statt. Im Jahr 1988 wurde er erstmals von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen. Auch heute noch steht der 1. Dezember für mehr Bewusstsein für und Solidarität mit HIV-positiven Menschen. Auch wenn eine AIDS-Erkrankung heute aufgrund der Therapiemöglichkeiten nicht mehr tödlich verläuft, sind HIV und AIDS immer noch wichtige Themen in Österreich. Vor allem soll daran erinnert werden, dass das Virus immer noch im Umlauf und noch längst nicht besiegt ist. Um Vorbeugung und Aufklärung weiterhin voranzutreiben und Therapieangebote umzusetzen, sind nach wie vor große finanzielle Mittel notwendig.

      Neben dem Kondom bei sexuellem Kontakt ist die Therapie einer HIV-Infektion die wichtigste Prävention vor weiteren Ansteckungen, da bei einer Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze das Risiko, weitere Personen auf sexuellem Weg anzustecken, nicht mehr gegeben ist.

      Früher war die Aufmerksamkeit größer

      „Jüngst waren die Fallzahlen der HIV-Infizierungen in Österreich wieder leicht im Steigen begriffen“, erklärt Wolfgang Prammer, Leiter der HIV-Ambulanz am Klinikum Wels-Grieskirchen. In Österreich sind jedes Jahr ca. 400 Neudiagnosen zu verzeichnen. „Das liegt daran, dass das Bewusstsein für eine mögliche Ansteckung bei sexuellem Kontakt vor ein paar Jahren noch weit größer war. Heute wird das Thema nicht mehr so ernst genommen, die Gefahr ist nicht mehr im Bewusstsein.“ Vielleicht auch weil heute HIV-Patienten in Therapie eine annähernd normale Lebenserwartung haben wie nicht Infizierte.

      Wolfgang Prammer, Leiter der HIV-Ambulanz am Klinikum Wels-Grieskirchen

      Die Zukunftsperspektiven sind gut

      Seinen ersten Patienten in der HIV-Ambulanz des Klinikum Wels-Grieskirchen betreute Prammer im Jahr 1993, die Therapiesituation damals war mehr als schwierig. Heute werden in Wels rund 60 Patienten betreut. „Zu meinen Anfängen war nur ein einziges HIV-Medikament verfügbar und das war nur wenig wirksam“, erinnert sich der Leiter der HIV-Ambulanz. Mitte der Neunzigerjahre kam der Durchbruch in der Therapie mit einer Kombination aus Medikamenten, welche die Infektion kontrollierbar machte. „Bereits vier bis acht Wochen nach Beginn ist die Nachweisgrenze erreicht und das Virus sexuell nicht mehr übertragbar“, so der Mediziner. „Aber auch dann sind Patienten verpflichtet, die Erkrankung dem Partner bekannt zu geben.“ Sexuelle Übertragung ist noch immer Ansteckungsweg Nummer eins, an zweiter Stelle liegt der Kontakt mit Blut. Etwa bei einem Nadeltausch bei intravenöser Verabreichung von Drogen ist das Risiko hoch. Nicht anstecken kann man sich bei Kontakt mit Speichel, Schweiß oder Urin.

      Quelle: Klinikum Wels-Grieskirchen

      Bildhinweis: Klinikum Wels-Grieskirchen, Shutterstock